Liebe Leserinnen und Leser,

ich liebe die Tatsache, dass ich bei meinem Beruf ständig Neues lerne. Als ich jetzt für die KlimaExpo.NRW zum wiederholten Mal moderieren durfte, hatte ich nicht nur diesen Vorteil. Es ging auch noch um eines meiner Lieblingsthemen – Bauen. Ich bin die Tochter eines Baustoffhändlers. Bauen, Wohnen, Einrichten – das liegt in meiner DNA. Als GreenJanine beschäftigt mich auch hier natürlich die Frage: Wie müssen wir in der Zukunft Bauen, um Ressourcen zu sparen und den Planeten zu retten.

Gemeinsam mit den Mitarbeitern der KlimaExpo.NRW habe ich einen Messerundgang auf der diesjährigen FAIR FRIENDS gemacht und zu diesen Themen Spannendes entdeckt.

Das Fair-Trade-Haus

Ja, ich träume von einem eigenen Haus. Ganz klein, reduziert auf das Notwendige, minimalistisch, puristisch, energiesparend, besser noch: energieautark und bezahlbar. Deshalb war ich ganz elektrisiert, als wir beim Stand des Fair-Trade-Haus ankamen. Der Anspruch der Macher: So wenig CO2 wie möglich produzieren. Gleichzeit soll der Kunde sich rundum fair behandelt wissen, bei der Planung, der Preisgestaltung und bei der Umsetzung. Das Konzept trifft bei mir mitten ins Herz.

Foto: KlimaExpo.NRW

Die Energiespardetektive

Schon bei der Planung eines Hauses sollte der Energieverbrauch eine zentrale Rolle spielen. Aber auch in fertigen Wohnungen finden die Energiespardetektive mit Sicherheit etwas, wo sich ordentlich Energie und damit auch Geld sparen lässt. Die Energiespardetektive sind ein super Bildungsangebot der Verbraucherzentrale NRW. Es ist für Schulen gedacht und eigentlich passiert bei allen Kindern das Gleiche: Mit ihrem neuen Wissen gehen Sie nach Hause und mischen die gesamte Familie zum Thema Energieverbrauch auf. Perfekt. So kommen wir über die Kinder an die Erwachsenen ran. Und selbst, wenn die im ersten Moment genervt sind, wenn ihr Kind über den Standby Modus meckert – am Ende freuen sie sich auch über das Mehr im Portemonnaie.

Foto: KlimaExpo.NRW

Mehr Grün in Städten

Unsere Städte müssen grüner werden. Nicht nur, weil der ein oder andere das schön findet. Grün kann in Städten die Folgen der Klimaerwärmung abmildern, kann den Klimawandel verlangsamen und mehr Grün macht uns alle gesünder.

Wie vergleichsweise einfach wir mehr Pflanzen in unsere Städte bekommen, möchte ich an zwei Projekten erklären, die ich mir auf der Messe genauer anschauen konnte und deren Projektleiter auch Gäste meiner Gesprächsrunde auf der Bühne waren.

Foto: KlimaExpo.NRW

Natur in graue Zonen

Weil wir alles zupflastern in unseren Städten mit Häusern, Bürogebäuden, Straßen, etc. haben wir ein Versiegelungsproblem. Bedeutet: Wir rauben der Natur die Versickerungsflächen. Das wiederum bekommen wir immer dann auf unangenehme Weise zu spüren, wenn Starkregen über uns hereinbrechen. Das viele Wasser wird auf den versiegelten Flächen zu reißenden Massen, die große Schäden anrichten. Das Projekt „Natur in graue Zonen“ wurde vom Wissenschaftsladen Bonn ins Leben gerufen und hat es sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen davon zu überzeugen, für mehr durchlässigen Boden zu sorgen. Konkret: Die asphaltierte Feuerwehrstellfläche beispielsweise wird mit einem wasserdurchlässigen, begrünten Boden versehen. Klingt nach Kleinvieh, aber erstens macht das auch Mist und schon ab 23 qm (bitte noch mal checken, hat Frau Dr. Valentin auf der Bühne gesagt, bin aber unsicher, was die Zahl anbelangt) führt das zu messbaren Erfolgen. Noch besser als Umbauen ist es, Grün von Anfang an mit einzuplanen beim Bau. Das gilt auch für das Thema Fassadenbegrünung, um das es im nächsten Projekt geht.

Foto: KlimaExpo.NRW

Biolit Vertical Green

Gebäudefassaden sind nach den Dächern das nächste große Projekt, dem Städteplaner, Architekten und Landschaftsbauer sich widmen müssen. Fassaden bieten ein  unglaubliches Potential. Das Frauenhofer Institut arbeitet aktuell an einem System, das sich „Biolit Vertical Green“ nennt. Das sind Pflanzkästen aus Kalksandstein, die übereinander angebracht werden können. Das Besondere am Kalksandstein: Er kann Wasser sehr schnell aufnehmen, aber auch wieder abgeben. Das führt dazu, das bei starken Regenfällen weniger Wasser in der Kanalisation landet. Und die Pflanzen in den Kästen werden gleichzeitig optimal bewässert. Was eingepflanzt wird, ist erst mal egal. Moose sind ohnehin schon dafür bekannt, die Luft filtern zu können, was in den Städten ein wichtiger Faktor ist. Aber auch Urban Gardening in Form von Kräuterbeten ist denkbar.
Viel neuer Input zum Thema Bauen bei der Fair Friends in Dortmund. Danke an alle, die sich in welcher Form auch immer für einen innovativen Blick in die Zukunft einsetzen und unsere Welt lebenswert erhalten.

Herzlichst,

#GreenJanine