Liebe Leserinnen und Leser,

mein Stomanbieter schickte mir neulich eine Urkunde: Durch den Bezug von Ökostrom hätte ich Emissionen vermieden, die dem Klimaschutzeffekt von 38 Bäumen entsprechen. Als Liebhaber des Planeten war ich natürlich erfreut. Der Wissenschaftler in mir aber war verwirrt: Was genau war mit dem „Klimaschutzeffekt von Bäumen“ gemeint?

Copyright: KlimaExpo.NRW

Eine Recherche ergab, dass ein Baum in seinem Leben ungefähr so viel CO2 speichert, wie ein Haushalt im Jahr durch den Verbrauch von elektrischem Strom verursacht. Allerdings benötigt ein Baum eine lange Zeit, bis er ausgewachsen ist. Nimmt man an, dass dies etwa 38 Jahre dauert, müsste man tatsächlich 38 Bäume auf einmal pflanzen, um seine Kohle-Emissionen zu kompensieren.

Da jedes Jahr aufs Neue Strom verbraucht wird, müsste aber jeder Haushalt jedes Jahr 38 neue Bäume pflanzen – nur wohin? Für so viele Bäume haben wir leider keinen Platz frei. So wunderschön und erhaltenswert Bäume auch sind, den Klimawandel kann man mit dem Pflanzen von Bäumen nicht kompensieren. Dazu geeignet sind nur geringere Emissionen – zum Beispiel durch den Bezug von Ökostrom.

Schöne Grüße,

Ihr Sebastian Bathiany

PS: Erfahren Sie mehr über seine Arbeit und den Klimaschutzeffekt von Bäumen bei der Abschluss-Show der KlimaExpo.NRW anlässlich der WissensNacht Ruhr „Crossover Klimaschutz Spektakel“ am 28.09.2018 ab 22:00 Uhr in der Stadtkirche St. Reinoldi in Dortmund. Mehr Informationen und Tickets.