Hallo Leute,

heute war der achte und letzte Tag der Klimatour. Ein bisschen wehmütig bin ich schon, denn ich habe während meiner Reise so viele engagierte Menschen und tolle Ideen kennengelernt! Zum krönenden Abschluss erwarteten mich dann gleich drei interessante Projekte: Ein innovatives Carsharing-Konzept jenseits der Großstädte, eine Fahrradwerkstatt, die Drahtesel recycelt, und eine Spritztour mit einem Solar-Bobbycar. Wie an allen Tagen meiner KlimaTour spielte auch heute wieder das Wetter mit: Strahlender Sonnenschein begleitete mich auf den letzten Etappen meiner Reise für den Klimaschutz.

Die Strecke:

Der erste Stopp am heutigen Tag war die Stadt Löhne im Nordwesten von NRW. Das Projekt „WerreStromer“ zeigt hier: Konzepte, die für die Großstadt entwickelt wurden, funktionieren auch im ländlichen Raum. Für Carsharing-Anbieter ist das Geschäft hier nicht lukrativ genug, denn die Nachfrage ist zu gering. Aus diesem Grund haben die Projektverantwortlichen die Umsetzung einfach selbst in die Hand genommen. Das Ziel: Fahrzeuge effizienter ausnutzen und Carsharing so einfach wie möglich zu machen. Das kommt vor allem auch jungen Leuten auf dem Land zugute, denn wer sich kein eigenes Auto leisten kann oder will, ist trotzdem nicht länger von den Taxifahrten der Eltern abhängig – natürlich sofern er oder sie einen Führerschein hat.

Ob Privatpersonen, Gewerbetreibende oder Kommunen – jeder, der will, kann für das Projekt sein Fahrzeug zur Verfügung stellen. Die Nutzer buchen diese unkompliziert per App, eine Schlüsselübergabe ist nicht notwendig. Denn die Autos können, ebenso wie bei üblichen Carsharing-Angeboten, mithilfe der App geöffnet werden – und ab geht die Fahrt! Das zeichnet dieses Projekt auch aus: Die App macht die Nutzung sehr einfach. So holt man viele Menschen ins Boot, etwas für den Klimaschutz zu tun. Und Spaß macht das Ganze nebenbei auch, denn die Fahrzeugflotte umfasst neben normalen Autos so außergewöhnliche Fortbewegungsmittel wie ein E-TukTuk.

Um klimafreundliche Fortbewegungsmittel ging es auch bei meinem nächsten Halt. In der Fahrradwerkstatt der RecyclingBörse! in Bielefeld durfte ich mir dann auch selbst die Hände schmutzig machen. Unter dem Motto „Aus Drei Mach 1“ werden hier aus ausgedienten Fahrräder neue Drahtesel gebaut, um so Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu entlasten. Zusammen mit dem Werkstattleiter Henning Schwer schraubte deshalb auch ich für den Klimaschutz an einem der Fahrräder.

Für mich war der Besuch ein Beispiel für die beste Art des Recyclings: Indem man Teile der Fahrräder einfach wiederverwendet, kann auf ein energieaufwendiges Recyceln des Materials verzichtet werden. Nebenbei schafft das Projekt außerdem Arbeitsplätze und sorgt dafür, dass mehr Menschen kostengünstig mobil sind. Denn ein fabrikneues Fahrrad kostet viel Geld, nicht jeder kann sich das leisten. Am Ende meines Besuchs habe ich außerdem zwei der Fahrräder signiert – vielleicht springt so beim Verkauf noch der eine oder andere Euro mehr raus.

Das Finale meiner KlimaTour rückte immer näher, aber zum Abschluss konnte ich nochmal so richtig Gas geben – natürlich auf dem klimafreundlichen Weg. In einem Vorbereitungsrennen für den Bobby Car Solar Cup, das im Rahmen des „Run & Roll Day“ in Bielefeld stattfand, durfte ich in ein Solar-Bobby Car steigen und gegen Martin Knabenreich, Geschäftsführer der Marketing Bielefeld GmbH, antreten. Auch wenn ich leider nicht Erster bei dem Rennen wurde – gewonnen habe ich trotzdem, denn es hat viel Spaß gemacht und war ein toller Abschluss für die KlimaTour!

Und auch die Beteiligten sind für mich alle Sieger: Bei der Konstruktion der Bobby Cars, die mit Elektromotoren und Solarstrom betrieben werden, erhalten die tüftelnden Jugendlichen auf spielerische Weise Einblicke in die Berufe Fahrzeugmechatroniker und Ingenieur. Außerdem erleben sie hautnah, wie viel Spaß es macht, in Sachen Mobilität neue Wege zu gehen. Alle waren mit Begeisterung dabei – auch neben der Rennstrecke, wo ausgelassene Stimmung herrschte. Die Siegerehrung war für mich dann irgendwie auch ein Feiern aller Menschen, die ich auf der KlimaTour kennenlernen durfte. Und ihrer Projekte, die sie auf den Weg gebracht haben. Nächsten Sonntag findet dann der echte Bobby Car Solar Cub mit noch mehr Teilnehmern statt – ich drücke allen jungen Tüftlern fest die Daumen!

Das schönste Wettrennen:

Auch wenn ich nicht gewonnen habe, war die Fahrt im Solar-Bobby Car das schönste Wettrennen für mich. Für die Veranstaltung „Run & Roll Day“ wurde der Ostwestfalen-Damm – die Bielefelder Stadtautobahn – für den normalen Verkehr gesperrt und wo sonst Blechlawinen rollen, tummelten sich jetzt Inline-Skater, Radfahrer und Solar-Bobby Cars. Links und rechts neben der Strecke feuerten Zuschauer die Teilnehmer an. Ein tolles Bild und ein schöner letzter Eindruck von der KlimaTour.

Begegnung des Tages:

Werkstattleiter Henning Schwer ist für mich ein echtes Vorbild in Sachen Klimaschutz und Recycling. Für ihn ist beides selbstverständlich und er denkt dabei nicht daran, Profit zu machen oder ein Image aufzupolieren. Ich fand es außerdem total faszinierend, mit welchem Engagement er bei der Sache ist.

Persönliche Bilanz:

An dieser Stelle möchte ich heute einige sehr persönliche Worte an euch richten: Ich hoffe, ihr wurdet während meiner KlimaTour genauso wie ich inspiriert, über manche Dinge nachzudenken. Ich habe vor allem gelernt, wie viel ich persönlich auch im Kleinen besser machen kann. Deshalb verurteile ich auch niemanden, der beim Klimaschutz nicht perfekt ist. Sondern ich feiere jeden, der einen kleinen Schritt in die richtige Richtung mitgeht. Denn nur zusammen können wir es schaffen!

Eingespartes CO2:

Heute habe ich die kürzeste Strecke der KlimaTour fahren müssen – und die auch noch CO2-neutral. Auf den 30 Kilometern Wegstrecke habe ich so 4,8 Kilogramm CO2 eingespart. Insgesamt kamen auf meiner KlimaTour übrigens 827 Kilometer zusammen, die ich klimafreundlich zurückgelegt habe. Das entspricht ungefähr der Distanz von Köln nach Mailand. Schon toll, wie weit einen die E-Mobilität bringt.

Erreichter Status in der KlimaExpo.NRW-App:

Leute, ich habe es geschafft! Ich bin jetzt offiziell „Klimaretter“. Elf Projekte musste ich dafür mindestens besuchen, und ich habe sogar 18 kennengelernt. Yes! Und das werden sicher nicht die letzten sein. Die KlimaTour war echt intensiv und sehr aufschlussreich für mich. So viel Neues und Interessantes – so kurz nach dem Ende habe ich längst nicht alle Eindrücke ordentlich verarbeiten können. Das kommt aber noch, denn Vieles hat mich nachhaltig beeindruckt. Der Klimaretter ist für mich also nicht nur ein Status in der KlimaRallye-App. Ich bin echt angefixt von den Möglichkeiten, die E-Mobilität bietet und habe beschlossen, mich künftig noch mehr dafür zu engagieren. Ich bin sehr froh, dass ich #GreenRider sein durfte! Ich hoffe, ihr habt durch meinen Blog auch etwas mitnehmen können und dass von meiner Begeisterung etwas übergesprungen ist. Also, nicht lang reden, einfach machen.

In diesem Sinne, macht es gut!

Euer GreenRider