Hallo Leute,

mein zweiter Tag als #GreenRider ist vorbei und ich muss sagen, es hätte nicht besser laufen können – auch abgesehen von dem super Wetter mit strahlendem Sonnenschein. Natürlich habe ich mich im Vorfeld der KlimaTour über die Projekte, Initiativen und Partner der KlimaExpo.NRW informiert, aber es ist noch einmal etwas ganz anderes, wenn man sie wirklich vor Ort erlebt. In Essen hatte ich so einen Aha-Moment. Die „Grüne Hauptstadt Europas“ von 2017 ist eine echt innovative Weltstadt, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht so scheint. Die beiden heutigen Etappen haben mir nochmals deutlich gemacht, wie fortschrittlich Essen auch in der Mobilitätswende unterwegs ist. Davon will ich mehr – mehr solcher tollen Vorreiter, Macher und Lenker rund um das Thema klimafreundliche Mobilität.

Auch mehr solcher engagierten Personen wie Alexander Waldhelm, Pressesprecher Elektromobilität.NRW und Henning Joswig, Projektleiter von „greenfuel“ bei innogy. Diese beiden habe ich gestern in Essen getroffen. Und mir bei dieser Gelegenheit unter anderem einen weltweit einzigartigen Kraftstoff für Schiffe, Flugzeuge und Schwertransporter zeigen lassen. Mehr noch: Ich habe mich von der Leistung dieses Kraftstoffs persönlich überzeugen können und mich buchstäblich treiben lassen.

Die Strecke:
Nachdem ich den BMW i3 über Nacht über eine Steckdose bei mir zuhause ausreichend aufgeladen habe, ging es gestern Morgen mit dem Elektroauto weiter nach Essen. Da angekommen, habe ich den „Tank“ dann an einer öffentlichen Schnellladesäule richtig vollgemacht. Innerhalb von knapp eineinhalb Stunden war das E-Auto vollgeladen. Der ganze Spaß hat nur sieben Euro gekostet und ich konnte direkt in bester Lage am Hauptbahnhof parken. Ich spiele tatsächlich schon länger mit dem Gedanken, mir privat ein E-Auto zuzulegen, mit der Tour wird das Interesse jetzt noch größer. Diese Art der Fortbewegung gefällt mir immer besser. E-Mobilität ist jederzeit uneingeschränkt nutzbar und bietet vielerlei Vorteile. Sollten bei mir noch Vorurteile vorgeherrscht haben, sind diese endgültig ausgeräumt. Coole Sache!

Beim NRW-Tag habe ich am Stand der Schwesterinitiative Elektromobilität.NRW noch mehr über die Möglichkeiten der klimafreundlichen Mobilität gelernt. Ich habe mir fest vorgenommen, als GreenRider all diese genialen Vorhaben und bereits existierenden großen und kleinen Projekte der breiten Öffentlichkeit zu zeigen und bekannter zu machen. Noch wissen zu wenig Menschen, was alles möglich ist – was schon alles umgesetzt und angegangen wird.

Mit einem Quiz habe ich gemeinsam mit Alexander Waldhelm den aktuellen Wissenstand der Essener auf dem Gebiet der Elektromobilität überprüft. Sagen wir so: Es ist noch Luft nach oben!

Von der City ging es ohne Umschweife zur Côte d‘Azur des Ruhrgebiets, dem Baldeneysee. Dort stellt der Energieversorger innogy nur aus Wasser, CO2 aus der Luft und Strom aus Erneuerbaren Energien einen flüssigen Treibstoff her.

Während der Fahrt auf einem Ausflugsschiff, der MS innogy, erklärte mir Projektleiter Henning Joswig, was es mit dem „greenfuel“ auf sich hat: Das Methanol-Wasser-Gemisch lässt sich mit einer Brennstoffzelle wieder in Strom umwandeln, der den elektrischen Schiffsmotor antreibt. Mit dem 330 Liter Methanol-Tank und zwei Speicherbatterien kann das Ausflugsschiff bis zu 14 Stunden elektrisch fahren. Das weltweit einzigartige Projekt zeigt beispielhaft, dass Schiffe ganz ohne fossile Energieträger wie Öl auch auf langen Strecken klimaneutral angetrieben werden können. Auch das mögen bitte viel mehr Menschen da draußen erfahren! Für diesen guten Zweck wurde ich heute zum Animateur auf der MS innogy.

Die schönste Seemeile:
Ohne Zweifel war die klimaneutrale Schiffstour auf dem Baldeneysee mein Highlight des Tages. Diese Ruhe, dieses Panorama – einfach traumhaft. In Einzelgesprächen mit den Schiffsgästen habe ich direkt den positiven Einfluss dieser innovativen Fortbewegungsform verspürt. Wie ein Segelschiff glitten wir dahin. Keinerlei Motorengeräusche haben uns von den wesentlichen Dingen des Lebens abgelenkt. Ich wiederhole mich gerne: So macht klimafreundliche Mobilität richtig viel Spaß!

Begegnung des Tages:
Auf der Rückfahrt durfte ich für einen kurzen Moment selbst das Steuerrad übernehmen. Auf die Frage hin, was das Schiff so besonders macht, fand der Kapitän keine Antwort. Nicht, weil er mich mit technischen Details verschonen wollte oder länger über eine schlagfertige Reaktion hätte nachdenken müssen. Vielmehr fühlt sich dieser weltweit einzigartige Antrieb für ihn ganz normal an – und das nach nur einem Jahr nach der Jungfernfahrt. Wäre es nicht wunderbar, wenn für uns alle diese Technik zur Normalität gehören würde?

Theoretisch ist es möglich, sämtliche gängigen Schiffsmotoren damit auszustatten. Auch wenn bis dahin noch 15 Jahre vergehen könnten. Für mich spielt der Faktor Zeit keine Rolle. Es gibt keine Alternative, als mit der ganzheitlichen, CO2-neutralen Herstellung und Nutzung endlich anzufangen. Eher ist das ein Argument dafür, umzudenken. Es wird etwas getan, das ist wichtig!

Erkenntnis des Tages:
Die Weiterentwicklung klimaneutraler Verkehrsmittel erstreckt sich nicht nur auf die Straße, sondern auch auf das Wasser und den Schiffsverkehr. Das finde ich super spannend und hätte nicht gedacht, dass der Fortschritt in diese Richtung schon so weit ist – und sogar bei uns in NRW zu finden ist. Diesen Motor hören wir nicht, sehen wir nicht, riechen wir nicht. Aber ich spüre, was alles möglich ist. Großartig!

Eingespartes CO2:
Am zweiten Tag der KlimaTour bin ich mit den Fahrten in Essen und weiter nach Aachen auf etwa 150 Kilometer Wegstrecke gekommen. Durch meine klimaneutrale Fortbewegung habe ich dabei 24,3 kg CO2 eingespart. Also wieder einen Tag CO2-Ausstoß eines Menschen in Deutschland wettgemacht. Und die klimaneutrale Fahrt mit dem Schiff ist dabei noch gar nicht eingerechnet!

Morgen bin ich in der Region Aachen zu Gast. Dort treffe ich auf Macher der ersten Stunde der klimafreundlichen Mobilität. Auf Mitarbeiter und Gründer von zwei über die Landesgrenzen hinaus sehr erfolgreichen Projekten. Ich bin wirklich sehr gespannt, was mich diesmal erwartet.

Euer GreenRider