Liebe Leserinnen und Leser,

als studierter Historiker und Archäologe, der sich am Ende seines Studiums mit den Räuberbanden in der frühen Neuzeit oder den Wagengräbern der Hallstattzeit beschäftigt hat, war es eine Herausforderung ein modernes Thema wie die Energiewende so aufzubereiten, dass es in einem Museum anschaulich präsentiert werden kann. Zudem stellt die Ausstellungseinheit der heutigen Energiewende – zusammen mit unserer Zukunftswerkstatt  – den Abschluss der Sonderausstellung Energiewenden –Wendezeiten“ dar. Dies macht beide Bereiche sehr bedeutend für den Erzählstrang der Ausstellung.

LVR-Industriemuseum

Natürlich war meine Herangehensweise zuerst eine historische: Woher kommt die Energiewende? Wo liegen Wegmarken, wo Zäsuren? Diese Fragestellungen sind tatsächlich historisch zu beantworten. Ihre offensichtlichen Wurzeln liegen sowohl bei den Umwelt- und Anti-Atom-Protestbewegungen der 1970er und 1980er Jahre, als auch bei Pionieren der Wind- und Sonnenkraft. Auch der Begriff Energiewende wurde schon 1980 durch eine Studie des Öko-Instituts Freiburg geprägt.

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Aktuellere Zäsuren und Ereignisse, wie der Atomausstieg 2011 oder die Pariser Klimakonferenz von 2015, mussten ebenso Erwähnung finden, um dem Thema gerecht zu werden. Persönlich fand ich es aber am Schwierigsten, die jetzige Situation darzustellen. Für Historikerinnen und Historiker ist es eigentlich die Regel, dass Ereignisse die beschrieben werden, in der Vergangenheit liegen. Die Energiewende ist aber lange noch nicht abgeschlossen. Niemand weiß, welche weiteren Entwicklungen kommen werden und wie wir die heutigen Herausforderungen meistern können.

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Deswegen zeigt die Ausstellungseinheit keinen Endpunkt, sondern sie thematisiert die heutigen großen Herausforderungen der Energiewende: seien es Proteste gegen Windenergie, die Probleme des Netzausbaus oder die Gefahren und Chancen der Digitalisierung. Ein besonderes Highlight stellt für mich aber der Abschluss der Einheit dar. Dort haben die Besucherinnen und Besucher die Chance, zu überlegen, wie sie selbst zur Energiewende stehen. Was ist Ihre größte Befürchtung? Und was finden Sie an den Entwicklungen im Energiebereich richtig oder falsch?

In dieser Form bin ich sehr zufrieden mit der Darstellung dieses modernen Themas in der Zinkfabrik Altenberg. Wenn Sie sich selbst davon überzeugen möchten, besuchen Sie einfach unsere Ausstellung „Energiewenden – Wendezeiten“.

Ihr Daniel Böhmer

 

PS: Besuchen Sie uns von Dienstag-Freitag 10-17 Uhr; Samstag-Sonntag 11-18 Uhr

LVR-Industriemuseum
Zinkfabrik Altenberg
Hansastraße 18
46049 Oberhausen