Liebe Leserinnen und Leser,

es ist nicht nur die Steinkohle, die die Rhein-Ruhr-Region bewegte und prägte, sondern auch eine Vielzahl anderer Rohstoffe wie Braunkohle, Mineralöl  und Gas. Sie haben in den letzten beiden Jahrhunderten diese Region zum größten Industrieballungsgebiet Europas gemacht hat.

Vor über 125 Jahren ebneten die Brüder Reinhard und Max Mannesmann mit der Erfindung des Schrägwalzverfahrens den Weg für die Herstellung nahtloser Stahlrohre. Ihre Erfindung öffnete unzählige technische Folgeinnovationen, jedoch das Prinzip ist bis heute fast gleichgeblieben, sodass diese Rohre weltweiten Einsatz zum Ressourcentransport finden.

Werbeblatt „Das nahtlose Mannesmann-Stahlrohr“, um 1950, LVR-Industriemuseum

Das Zeitalter des Erdöls begann im Ruhrgebiet an Orten, wo einst Kohle verarbeitet und zu Treibstoff verflüssigt wurde. Den Durchbruch ins Erdölzeitalter brachte paradoxerweise eine Krise, die Erdöl zunächst extrem verteuerte: die Suezkrise, ausgelöst im Winter 1956/57 durch die Sperrung des Suezkanals. Mit der Schließung des günstigsten Transportwegs für Erdöl aus dem Nahen Osten provozierte Ägypten eine militärische Intervention Großbritanniens, Frankreichs und Israels.

Terminal der Nord-West-Ölleitung in Wilhelmshaven, um 1959, Historisches Archiv RWE

Das Pipelinerohrstück diente Jahrzehnte zur Übertragung von Mineralöl via Wilhelmshaven über das Ruhrgebiet bis nach Köln-Wesseling. Über solche Fernleitungen wird das Mineralöl zu den jeweiligen Verarbeitungsorten in ganz Deutschland verteilt.

Rohrstück der Nord-West-Ölleitung in der Sonderausstellung „Energiewenden-Wendezeiten“, 2017, LVR-Industriemuseum

Es sind umfassende Energiegeschichten,  die die Rhein-Ruhr-Region ausmacht und die Landschaft bis heute prägte. Über diese Energiewenden wird in der Ausstellung „Energiewenden-Wendezeiten“ mittels einer Vielzahl von Originalobjekten noch bis zum 20. Dezember 2018  in der Zinkfabrik Altenberg erzählt.

Ihr Felix Hartelt