Liebe Leserinnen und Leser,

wenn ich an das Fahrrad denke, denke ich unweigerlich irgendwann an meinen Vater. An die gemeinsamen Radtouren, die wir in meiner Kindheit unternommen haben, erinnere ich mich noch mit am besten. Als Kind getrennt lebender Eltern, war die Zeit, die mein Vater und ich gemeinsam verbracht haben, eher spärlich – umso schöner war es verschiedene Routen in Angriff zu nehmen, die Landschaft zu genießen oder einfach nur den nicht immer lustigen Witzen meines Vaters ausgesetzt zu sein, während wir nebeneinander herfuhren.

Heute verstehe ich, dass das Fahrrad aus vielen Gründen zu einem unersetzlichen Fortbewegungsmittel geworden ist – auch wenn die Anzahl der Fahrradfahrer im Alltag noch etwas zu wünschen übrig lässt. Und trotzdem: kein Fortbewegungsmittel erlaubt es einer Person so flexibel, (relativ) schnell, individuell und klimafreundlich von A nach B zu kommen wie das Fahrrad. Als Bonus wird dabei auch noch die Gesundheit gefördert!

Im Vergleich dazu ist das Auto immer dem momentanen Verkehr unterworfen, nicht sonderlich umweltfreundlich und teuer. Bahnen und Busse sind trotz guter Klimabilanz manchmal überfüllt und  Anschlussverbindungen können verpasst werden, was die gesamte Anreise verzögert. Eine Unterteilung in „gute“ und „schlechte“ Verkehrsmittel wäre aber falsch – die große Kunst besteht darin, sie so zu kombinieren, dass die beste Kombination erreicht wird – „gut gemischt mobil“ eben. Beispielsweise kann ich als Pendlerin mit dem Auto zum Park + Ride-Parkplatz fahren und das dort abgestellte Rad nehmen um in die Innenstadt zu fahren oder aber die Bahn nehmen. Das schont die Umwelt- und Luftbelastung in den Innenstädten und ich bleibe flexibel.

Natürlich bleibt noch viel zu tun. Die Voraussetzungen, um sich auf dem Fahrrad durch Gelsenkirchen fortzubewegen sind an vielen Stellen suboptimal. Radwege und mögliche Abstellflächen für Fahrräder lassen zu wünschen übrig. Dennoch sollte das niemanden vom Radfahren abhalten – auch die Nachfrage nach Infrastruktur kann dafür sorgen, dass das Angebot entsprechend geschaffen wird!

Eröffnungsveranstaltung STADTRADELN in der Metropole Ruhr

Ein besonderes Projekt, das jedes Jahr zum Radfahren anregt, ist der Wettbewerb STADTRADELN des Klima-Bündnis. In Gelsenkirchen ist das STADTRADELN mittlerweile in der sechsten, auf bundesweiter Ebene in der elften Runde. Und an den jährlich zunehmenden Zahlen an Teilnehmenden, geradelten Kilometern und eingesparten Tonnen CO2 kann man gut erkennen, wie aus einem „neuen“ Klimaschutzprojekt eine liebgewonnene Tradition für viele wird.

Dieses Jahr läuft der Wettbewerb seit dem 02. bis zum 22. Juni. Am 02. Juni fand die Eröffnungsveranstaltung für den diesjährigen Wettbewerbszeitraum des STADTRADELNs für die Metropole Ruhr statt, denn die Kommunen des Ruhrgebiets radeln gemeinschaftlich (auch wenn die gemeinschaftlich geradelten Kilometer der „Metropole Ruhr“ nicht in die Wettbewerbswertung eingehen). An der Kinderburg im Revierpark Nienhausen begrüßten daher der Gelsenkirchener Oberbürgermeister Frank Baranowski, die Essener Umweltdezernentin Simone Raskob und der Duisburger Umweltdezernent Carsten Tum die Radfahrerinnen und Radfahrer und eröffneten offiziell den STADTRADELN-Zeitraum für die Metropole Ruhr (siehe Foto). Im Übrigen: Jeder Interessierte aus NRW (bzw. bundesweit) kann mitmachen und einfach bei der Registrierung seine zugehörige Kommune wählen. Geradelte Kilometer können nämlich bis zum 02.07. nachgetragen werden! Einen spannenden Blick in die bisherige Statistik aller beteiligten Kommunen und über die zurückgelegten Kilometer gibt es hier.

OB Frank Baranowski gibt Startschuss für die Metropole Ruhr

Letztlich ist das STADTRADELN mehr als nur ein Wettbewerb. Es stellt einen Anreiz dar, ein alternatives, großartiges Fortbewegungsmittel im Alltag auszuprobieren und davon überzeugt zu werden. Es zeigt, dass Klimaschutz verbunden mit Spaß und Gesundheitsförderung im Alltag verwirklicht werden kann. Und es zeigt: gemeinsam sind wir stark.

Ihre Daria Tadus

PS: Infos zur Teilnahme am STADTRADELN gibt es hier.