Das hätte keiner vermutet nach allen Schwierigkeiten, die das Team der Hochschule Bochum schon bei der Vorbereitung, aber auch während des Wettbewerbs in Australien hatte. Die Studierenden schaffen es zum zweiten Mal nach 2013 auf den 2. Platz bei der Weltmeisterschaft der Solarmobile in Australien. Der Sieger kommt wie in den Jahren zuvor wieder aus Eindhoven in den Niederlanden.

Schwierigkeiten mit der Technik, aber auch ungewöhnlich schlechtes Wetter mit Sturm und Regen stellten das Ruhrgebietsteam immer wieder vor fast unlösbare Aufgaben. Während der Testfahrten, aber auch kurz nach dem Start traten Defekte an den Motorcontrollern auf, die die Elektromotoren in den Rädern mit Strom versorgen. Nur mit Hilfe von Ersatzteilen des Teams aus Cambridge, das selber wegen eines Unfalls in der Testphase nicht mitfahren konnte, waren die Deutschen überhaupt in der Lage, an den Start gehen zu können.

Selbst am letzten Renntag, am Freitag, dem 13. Oktober, war das Team weiter vom Pech verfolgt. 500 Meter vor der Ziellinie versagt erneut ein Motorsteuergerät. Mit letzter Kraft schafft es der thyssenkrupp blue.cruiser ins Ziel.

Als Gewinner in der inoffiziellen Kategorie „Wer hat das schönste Auto gebaut?“ standen die Bochumer aber von Anfang an fest. Das überragende Design hatte alle bei dieser Weltmeisterschaft überzeugt.

Im Rahmen der Weltmeisterschaft präsentiert das Solarcar-Team eine Studie zum Thema Nachhaltigkeit beim Fahrzeugbau. Mit Hilfe einer sogenannten LCA (Life Cycle Assessement), einer Lebenszyklus-Analyse, untersuchte das Bochumer Team den kompletten Herstellungs- und Verwendungsprozess eines Solarcars. Dabei wurden die letzten beiden Fahrzeuge aus der Bochumer Manufaktur miteinander verglichen. Für die Zukunft des Wettbewerbes wird darüber nachgedacht, Nachhaltigkeitsaspekte insbesondere in der Cruiser-Klasse in die Bewertung der Teams mit aufzunehmen. Zur Studie

 

Hochschule Bochum baut seit 15 Jahren Sonnenwagen

Die Hochschule Bochum konstruiert und baut seit über 15 Jahren von Solarenergie angetriebene Elektrofahrzeuge. Einer der Sonnenwagen hat 2012 die Welt nur mit Sonnenenergie umrundet und hält den Guinness-Rekord  für die längste solarautark gefahrene Strecke mit 29.753 Kilometern.

 

Weltmeisterschaft alle zwei Jahre in Australien

Die Weltmeisterschaft der Solarcars findet alle zwei Jahre in Australien statt und führt als Wettbewerb auf öffentlichen Straßen von Norden nach Süden durch den Kontinent. Der „thyssenkrupp blue.cruiser“ fährt in der nach einem Bochumer Fahrzeug benannten Cruiser-Klasse, in der Alltagstauglichkeit, eine Straßenzulassung im Ursprungsland und mindestens zwei Sitzplätze vom Reglement verlangt werden. Neben der Energie, die auch während der Fahrt aus den auf der Oberfläche montierten Solarzellen gewonnen wird, darf in dieser Klasse das Batteriepaket, dessen Kapazität man frei wählen kann, im Wettbewerb aus dem Netz wieder aufgeladen werden. Das Fahrzeug aus Bochum ist einer von nur zwei Teilnehmern aus Deutschland.

 

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Spychalski

 

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