Als ich vor ungefähr zwei Jahren herausfand, dass für den Anbau von Palmöl riesige Regenwaldflächen gerodet werden, um Platz für Plantagen zu schaffen und so Tieren der Lebensraum genommen wird, blieb mir glatt der Mund offen stehen. Laut einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen wird weltweit jede Minute eine Regenwaldfläche von der Größe von circa 35 Fußballfeldern zerstört! Durch die Rodungen und daraus entstehenden Waldbrände gelangen gewaltige Mengen klimaschädlicher Gase in die Atmosphäre und schaden der Umwelt und den Menschen in den angrenzenden Städten. Auch örtliche Kleinbauern leiden, denn sie verlieren dadurch Land und Lebensgrundlage. Und das alles, damit wir streichzarte Margarine essen können und unser Tütensuppen-Pulver nicht an der Verpackung kleben bleibt?

Mit dem jährlich am 14. September stattfindenden „Tag der Tropenwälder“ soll auf die drohende Zerstörung der Regenwälder hingewiesen werden. Diese dienen nämlich als Kohlenstoffspeicher und damit dem Klimaschutz. Allein die gespeicherte CO2-Menge in den noch existierenden Torfwäldern von Riau, Indonesiens größtem Anbaugebiet für Palmölpflanzen, übersteigt den weltweiten Jahresausstoß der Treibhausgasemissionen. Kaum vorstellbar also, wenn diese Torfwälder einmal nicht mehr da sein sollten. Südostasien, Lateinamerika und Afrika sind die größten Palmölproduzenten. Jedes Jahr werden in diesen Ländern knapp 66 Millionen Tonnen Palmöl produziert. Damit ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl auf der Welt. Doch ist das wirklich nötig? Muss Palmöl wirklich in all unseren Lebensmitteln und Biosprit stecken und sogar in Wasch- und Putzmitteln, Kerzen und Kosmetikprodukten zu finden sein?

Bis vor einiger Zeit konnte ich mir ein Leben ohne meinen Lieblingsbrotaufstrich und meine Lieblingskekse, in denen Palmöl steckt, nicht vorstellen. Es scheint vielleicht schwer sich umzugewöhnen, wenn man jahrelang die gleichen Produkte gekauft hat. Doch eigentlich ist es ziemlich leicht im Alltag alternative Produkte zu nutzen. Denn die Auswahl in unseren Supermärkten ist so groß, dass sich immer auch etwas ohne das naturschädliche Palmöl finden lässt. Da nehme ich lieber in Kauf etwas länger im Supermarkt zu stehen und das Kleingedruckte auf Verpackungen zu lesen, als den Anbau von Palmöl zu fördern und so den Tieren, Menschen und der Natur in Tropengebieten weiter zu schaden.

Um der Zerstörung von Regenwäldern ein Stück weit vorzubeugen, habe ich mir ein paar einfache und praktische Alltagsgewohnheiten zu Eigen gemacht. Damit trage ich jeden Tag ein kleines bisschen dazu bei, dass die Waldrodungen, die Erderwärmung und der Artentod durch Palmölanbau zurückgehen. Folgende Tipps helfen mir dabei:

  1. Selber kochen: Ich lasse Fertigprodukte weg und zaubere mir selbst etwas frisch Gekochtes auf den Teller. Zum Backen und Braten nehme ich zum Beispiel Sonnenblumen- oder Rapsöl und verzichte gezielt auf Palmöl, auch wenn es sehr hitzebeständig ist und sich eigentlich gut für scharfes Anbraten eignet.
  2. Kleingedrucktes lesen: Ein Blick auf die Inhaltsstoffe meiner Einkäufe genügt meist schon aus, um Palmölhaltige Produkte zu erkennen und zu meiden. Es gibt genug Alternativen.
  3. Petitionen unterschreiben: Begegnet mir eine Petition, die meine persönlichen Ansichten unterstreicht, unterschreibe ich sie. So kann ich auch außerhalb meines eigenen Alltags mit sehr wenig Aufwand dafür einstehen und vielleicht auch dazu beitragen, dass sich eines Tages etwas ändert.
  4. Wissen weitergeben: Ich ermutige meine Freunde und Familie, darauf zu achten, welche Produkte sie kaufen.

Wir Menschen müssen nicht perfekt sein, doch ich glaube, wenn wir alle auch nur ein paar Dinge richtig machen und uns den einen oder anderen Tipp zu Herzen nehmen, können wir gemeinsam viel erreichen. Wir können zusammen dazu beitragen, dass diese wichtigen Wälder langfristig erhalten bleiben und der Klimaschutz vorangetrieben wird!

Janine Krimmel