Liebe Leserinnen und Leser,

fünf Tage, rund 500 Kilometer und zwölf Zwischenstopps: Gestern habe ich mich als #GreenRider von Essen aus auf die KlimaTour begeben – auf eine Reise durch das Klimaschutzland Nordrhein Westfalen, eine Tour de NRW. Der inhaltliche Aufhänger hätte nicht besser gewählt sein können. Die Trikotübergabe mit Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen und KlimaExpo.NRW-Geschäftsführer Dr. Heinrich Dornbusch fand auf dem Tag der Bewegung statt – dem Highlight des Jahresprogramms der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017.

Bewegung – körperlich wie im Kopf – und Klimaschutz: Das ist für mich die perfekte Verbindung. Denn Abwarten, Ausharren, Zuschauen – das hilft keinem und schon gar nicht dem Klima. Ökologisch sinnvoll und nachhaltig leben – davor können wir uns nicht mehr verschließen. Wir werden unser Leben anpassen müssen – das steht fest. Und das wahrscheinlich schon schneller, als wir heute denken. Die KlimaExpo.NRW und die von ihr qualifizierten Projekte zeigen, dass sich Klimaschutz lohnt und dass er unsere Lebensbedingungen verbessert. Dass er ein richtiger Motor für den Fortschritt von Gesellschaft und Wirtschaft ist, keine Bremse.

Davon kann ich mich in den nächsten fünf Tagen überzeugen. Als Journalist und Nachrichtenmann freue ich mich darauf, viele Informationen zu sammeln und Ihnen zu zeigen, wie fortschrittlich das Land NRW in Sachen Klimaschutz unterwegs ist. Und vielleicht werden daraus auch Nachrichten. Ich würde mich freuen. Vor meinen Augen sehe ich sie schon, viele schöne Momente. Folgen Sie mir – hier auf dem Blog.

Die Strecke
Rund 16 Kilometer ging es von Essens Innenstadt aus bis an den wunderschönen Baldeneysee. Sportlich gesehen also ein leichter Atemzug, vergleichbar mit dem Prolog bei der Tour de France. Dort, im Wasserwerk des Energieunternehmens innogy SE, ist das Pilotprojekt „greenfuel“ untergebracht. Innogy SE stellt in diesem Rahmen aus Wasser, CO2 aus der Luft und Strom aus Erneuerbaren Energien einen ganz neuen, klimaneutralen und flüssigen Energieträger her: ein Methanol-Wasser-Gemisch. Es soll schon bald in zwei auf Elektroantrieb umgerüsteten Nissan e-NV200 und einem Ausflugsschiff der Weißen Flotte Baldeney, der MS innogy, zum Einsatz kommen. Die entsprechende Methanol-Tankstelle ist auch bereits in Planung.

„greenfuel“ ist ein tolles und weltweit einzigartiges Projekt, das Alternativen zur Nutzung fossiler Energieträger aufzeigt – auch für den Langstreckenverkehr. Für dieses Engagement wurde es dann gestern auch von der KlimaExpo.NRW in ihre Leistungsschau aufgenommen.

Die Streckendetails zum Nachfahren gibt es hier: Essen City – Essen Baldeney See

Der schönste Kilometer
Ein Schotterweg, kurz nachdem wir Essen in Richtung Baldeneysee verlassen haben. Was für mich und mein Rennrad, übrigens ein sogenannter Gravel-Racer mit Monoblatt und elf Gängen für die Radbegeisterten unter uns, der perfekte Untergrund ist, hat mich landschaftlich gestern am meisten beeindruckt. Vorbei an alten Industrieanlagen lässt sich dort der Strukturwandel der Region, der Übergang zwischen Tradition und Moderne, sehr gut nachvollziehen.

Begegnung des Tages
Meine Motivation angestachelt, hat gestern auf jeden Fall Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen, der mich während der Trikotübergabe als „positiv verrückt“ bezeichnete.

Knackpunkt des Tages
Um ehrlich zu sein: Den gab es nicht. Vom Start in Essen bis zum Ziel am Baldeneysee ist alles gut verlaufen. Keine Schmerzen, kein Regen und abends ein großes alkoholfreies Weizenbier als isotonischer Durstlöscher, alles gut. So kann es weitergehen.

Eingespartes CO2
Tja – gute Frage. Wie viel CO2 habe ich durch meine Radtour zum Projekt „greenfuel“ gestern eigentlich eingespart? Der Einspar-Rechner des ADFCs hilft mir dabei, das auszurechnen. Dafür muss ich online nur die zurückgelegte Strecke eingeben und den Durchschnittsverbrauch eines Pkw auf 100 Kilometer abschätzen – etwa sieben Liter. Das Ergebnis: 2,6 Kilogramm CO2. Aber was bedeutet das jetzt? Eine kleine Recherche ergibt Folgendes:

– Ein Liter CO2 wiegt 1,96 Gramm. Das heißt: Ein Kilogramm CO2 hat ein Volumen von 509 Litern.
– Ein ganz normaler Luftballon fasst ein Volumen von etwa 2,5 Litern. Man könnte also mit einem Kilogramm CO2 etwa 204 Ballons befüllen.
– Auf meiner knapp einstündigen Radtour habe ich also das Volumen von rund 530 Luftballons eingespart. Nicht schlecht, würde ich sagen. Aber auch nur ein Anfang. Denn durchschnittlich verursacht jeder Mensch in Deutschland etwa 30 Kilogramm CO2 am Tag. Das entspricht einem Volumen von über 6.000 Luftballons.

Erreichter Status in der KlimaExpo.NRW-App
Seit gestern bin ich ein Entdecker. Klimaschutzentdecker, wenn Sie so wollen. Denn für meinen Besuch beim Projekt „greenfuel“ gab’s den ersten Punkt der KlimaExpo.NRW-KlimaRallye. Fünf weitere Punkte, beziehungsweise Projektbesuche, machen mich zum Lokalhelden, insgesamt elf Punkte zum Klimaretter. Ein erreichbares Ziel. Schließlich besuche ich in den kommenden Tagen weitere elf Klimaschutzprojekte. Vor Ort kurz in die KlimaExpo.NRW-App einloggen, Punkt kassieren, fertig. Für die volle Punktzahl winkt am Ende eine Überraschung. Nicht für mich natürlich – sonst nehmen wir Ihnen ja die Vorfreude – aber für Sie ganz bestimmt.

Machen Sie mit. Laden Sie sich die KlimaExpo.NRW-App runter und besuchen Sie Projekte in Ihrer Nähe. Die NRW.KlimaTage2017 am 7 und 8. Juli bieten die perfekte Gelegenheit dazu. Ich verspreche Ihnen – es lohnt sich. Denn eins hat mir der heutige Tag wieder einmal gezeigt: Den Schutz unseres Klimas müssen wir gemeinsam anpacken. Die Herausforderung ist groß, aber jeder kann seinen Teil dazu beitragen. Die Menschen hinter „greenfuel“ und die, die ich auf meiner Tour noch besuchen werde, haben das erkannt und gehen beispielhaft voran. Darauf kann das Land NRW echt stolz sein.

Ich bin jedenfalls gespannt, was mich auf meiner KlimaTour noch erwartet. Wenn Sie das hier lesen, bin ich schon wieder unterwegs zu den nächsten Projekten. Heute geht es zur Nordbahntrasse nach Wuppertal, weiter zum Klimaquartier Wuppertal-Arrenberg und dann in den Kölner Zoo. Rund 85 Kilometer habe ich vor mir. Los geht`s.

Bis morgen.
Ihr Marc Bator