Bevor ich in die Fleischbranche wechselte, studierte ich voll jugendlicher Begeisterung das Fach Elektrotechnik mit der Fachrichtung Energietechnik. Dabei spezialisierte ich mich auf den Bereich der regenerativen Energien (Wind- und Solarenergie). Dazu begann ich noch eine Lehre zum Fleischer und legte die Prüfung zum Fleischermeister ab. Trotz aller mittlerweile erwachsenen Leidenschaft für Biofleisch und Biowurst blieb ich dem Thema „regenerative Energien“ bis heute in „stiller Liebe“ verbunden.

So begann ich vor 9 Jahren, eigene Photovoltaikanlagen zu errichten. Beide Bio-Fleischereien in Essen haben eine PV-Anlage auf dem Dach und eine große Display-Anzeige im Laden. Auf den Displays im Laden werden die aktuell produzierte Leistung, die Jahresleistung, die Gesamtleistung sowie der eingesparte CO2-Ausstoß angezeigt. So kommt bei uns täglich – etwas literarisch ausgedrückt – die „Sonne in die Wurst“.

Mittlerweile bin ich meiner „stillen Liebe“ gefolgt und betreibe 18 eigene Photovoltaik-Anlagen auf meist gepachteten Dächern in unserer Region. Diese 18 Anlagen in Essen, Velbert, Bochum und Bottrop erzielen Leistungen zwischen 3 Kilowatt-Peak und 263 Kilowatt-Peak, zusammen produzieren sie die erfreuliche Leistung von 820 Kilowatt-Peak.

Ein weiterer Aspekt, mit dem ich meiner persönlichen ökologischen und sozialen Verantwortung nachkommen möchte, ist der ausschließliche Verkauf von Biofleisch-Produkten aus eigener Herstellung und die Bio-Schweinehaltung. Für mich als Fleischermeister gehören Genuss und konsequenter Tierschutz schon immer untrennbar zusammen. Mich würde die Vorstellung belasten, dass wegen mir und meiner Arbeit all die Tiere, die wir zubereiten und essen, vorher ein leidvolles Leben ertragen müssten. Als ich unsere Fleischerei von meinen Eltern übernahm, habe ich mich sofort daran gemacht, nur noch Fleisch von besonders artgerecht gehaltenen Tieren zu verarbeiten. Sobald es möglich wurde, d. h. sobald es genug Bio-Schweinebauern in der Region gab, habe ich unsere ganze Produktion auf Bio umgestellt.

Jetzt gehe ich einen Schritt weiter: Zusammen mit über 350 unserer Kunden habe ich die Bio-Weideschwein-Initiative ins Leben gerufen, um das Bio-Weideschwein in Essen und Umgebung wieder anzusiedeln und um zukünftig nur noch Schweinefleisch vom Bio-Weideschwein anzubieten. Die Weidehaltung von Schweinen ist das absolute Gegenmodell zur Massentierhaltung, das landwirtschaftlich umsetzbar ist. Zwei Bio-Bauern haben wir in der Region bereits als Weideschwein-Partner gewinnen können. Für mich ein weiterer Schritt, um Tierschutz und Genuss zu versöhnen.

Zur Darstellung des KlimaExpo.NRW-Schrittmachers.