Es gibt heute oft Diskussionen, in denen die Teilnehmer fast streiten, was sich in der energetischen Gebäudesanierung lohnt und was nicht. Beide Seiten sind fest von ihrer Sicht überzeugt und häufig haben sogar beide Recht. Wie geht das denn? Nun, wir alle haben unterschiedliche Anforderungen, was uns wichtig ist und bei jeder energetischen Sanierung gibt es unterschiedliche Voraussetzungen – bei Gebäude und Bauherr. Daher sind pauschale Aussagen immer schwierig. Auf den einen mögen sie zu treffen, aber auf andere wieder nicht. An einer individuellen Betrachtung wird man nicht vorbei kommen. Dieser Beitrag zeigt, warum die individuelle Betrachtung zu einer erfolgreichen Sanierung führt, sowie drei Beispiele aus der Praxis für Wege zu einer erfolgreichen Sanierung.

Nur Reihenhäuser und Häuser gleichen Bautyps haben die gleichen baulichen Voraussetzungen für eine energetische Sanierung. Ansonsten gibt es in Deutschland eine große Vielfalt an unterschiedlichen Häusern. Diese unterscheiden sich im Anteil der Wand- und Dachflächen, in den Fenstern und in den Heizungen, etc. Durch eine Typisierung nach Bauart und Alter der Gebäude lässt sich eine Vergleichbarkeit gut annähernd herstellen. Aber die Bauherren, bzw. Eigentümer haben wiederum unterschiedliche Wünsche und Anforderungen. Für die einen muss sich eine Sanierung wirtschaftlich rechnen, sie muss bezahlbar sein und für andere ist eine hohe energetische Einsparung oder eine Verwendung von ökologischen Bauprodukten wichtig. Hinzu kommen unterschiedliche Lebenslagen und wirtschaftliche Bedingungen.

Zwei Beispiele für erfolgreiche individuelle Betrachtungen von Gebäuden in der Sanierung

Beispiel 1: Innovation City Ruhr – Modellstadt Bottrop

Dieses Beispiel muss vermutlich nicht groß vorgestellt werden und ist den Leserinnen und Lesern sicher bekannt. Mit einer beeindruckenden Sanierungsrate von über drei Prozent hat man einen großen Erfolg in der energetischen Sanierung erreicht, der bundesweit seines Gleichen sucht. Diese Quote hat praktische Auswirkungen auf den Heizenergieverbrauch, der in 2014 in Bottrop um 24 Prozent gesunken ist. Was die Höhe der Einsparung betrifft, ist dies bundesweit ebenfalls ein Spitzenwert.

Basis für diesen Erfolg des Projektes, das den klimagerechten Stadtumbau zum Ziel hat, ist ein langfristiger Masterplan, der allen Beteiligten Sicherheit für die Zukunftsplanung gibt. In der Erhebung der Daten für das Projekt hat man sich dann nicht alleine auf technische Werte der Gebäude verlassen. Soziale Kennwerte der Quartiere waren ebenfalls wichtig, um die Maßnahmen zur energetischen Sanierung gezielt und effizient umsetzen zu können.

Ein weiteres wesentliches Element des Erfolges in Bottrop ist ein kostenloses Erstberatungsgespräch für Hauseigentümer. Diese individuelle Beratung legt den Grundstein für die Reduzierung der CO2-Emissionen und Kosten bei der Sanierung. Bereits über 2.000 Eigentümer haben dieses Angebot wahrgenommen. Beteiligte Hersteller und Handwerker profitieren zusätzlich von der Förderung für die Sanierung.

Beispiel 2: Energieheld

Ein weiteres Beispiel kommt nicht aus der Politik oder der Verwaltung, sondern von einem jungen Unternehmen aus Hannover. Als unabhängiger Vermittler von Sanierungsleistungen hilft das Startup Energieheld GmbH den Eigentümern bei der passenden Sanierung des Gebäudes und vermittelt vertrauenswürdige Handwerker aus der Region. Je nach Wunsch des Eigentümers werden Handwerker gesucht, die ein passendes Angebot erstellen, oder Energieberater erstellen ein individuelles Sanierungsangebot. Zusätzlich hilft Energieheld bei der Beantragung der passenden Förderung.

Energieheld ist unabhängig von Herstellern und den Gewerken. Das Interesse gilt den zufriedenen Kunden, bezahlt wird nur bei Aufträgen als Provision von den Handwerkern.