Seit dem Frühjahr 2016 bietet das LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg Oberhausen geführte Segway-Touren an, die Gelegenheit bieten, sich unter kundiger Führung auf die Spurensuche des Werdens Oberhausens vom Heidedorf zur modernen Großstadt seit der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu begeben.

Die Touren sind Teil des Begleitprogramms unserer Sonderausstellung „Aufgeladen! Elekromobilität zwischen Wunsch und Wirklichkeit“. Die Touren finden zwischen Mai und August monatlich stattt.

Die Runde startet am Industriemuseum auf dem Gelände der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg gegenüber vom Hauptbahnhof, der Wiege der späteren Stadt Oberhausen. Nach einer Einführung in die Beherrschung des ungewöhnlichen Gefährts und ersten Erzählungen zur Bedeutung Altenbergs für die Stadtwerdung, geht es los.

Immer wieder trifft die Gruppe dabei auf Objekte der Montanindustrie, der die Stadt ihre Entstehung verdankt. So zum Beispiel Stahlkonstruktionen, wie Brücken oder Gebäude, bei denen es niemand vermutete. In doppelter Hinsicht war sie stadtprägend: sie hinterließ viele Relikte von Industriebauten und ohne sie gäbe es die Stadt gar nicht: sie beeinflusst stadtprägende Gebäude, wie das Rathaus oder das Theater, weitere öffentliche Gebäude, aber auch Wohnsiedlungen für unterschiedliche soziale Schichten – von Arbeiterhäusern bis zur Industriellenvillen.

Dabei überraschte die TeilneherInnen, dass besonders seit den 1920er Jahren die Stadtobrigkeit sehr darum bemüht war, durch moderne und qualitätvolle Architektur die Stadt zu prägen. Gerade der Backsteinexpressionismus und der Bauhausstil kennzeichneten zentrale Bauten; neben dem Rathaus z.B. auch den Hauptbahnhof oder das Bert-Brecht-Haus. Zusätzlich fielen die vielen kleinen Parks auf, die Oberhausen zu einer „Gartenstadt“ machen.

Bei der Rückkehr waren sich alle einig, dass sich ihr Bild von der Industriestadt gewandelt hatte: Auswärtige und Einheimische hatten neue Erkenntnisse gewonnen.

Herzlichst
Dr. Vera Bücker