Die Elektromobilität steht verstärkt im Fokus von Diskussionen. Mobilität ist in unserer Gesellschaft wichtig. Jeder möchte schnell an sein Ziel kommen. Aber wer sich in dicht besiedelten Regionen wie dem Ruhrgebiet – Stauregion Nr. 1 in Deutschland – über die Autobahn oder durch die Stadt quält, braucht mehr Geduld als einem lieb ist. Steigende Feinstaubbelastung und Lärmbelästigung sind die Folgen des starken Verkehrs. Zudem gehen die Vorräte an Erdöl und Erdgas zur Neige. Neue Ideen und Konzepte müssen entwickelt werden. Welche Infrastruktur brauchen wir, um künftig mobil zu bleiben?

Wie könnten diese Konzepte aussehen? Das LVR-Industriemuseum geht der Entwicklung der Elektromobilität mit der Ausstellung „Aufgeladen! Elektromobilität zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ in der Zinkfabrik Altenberg nach (18. Februar bis 27. November 2016).

Bereits im 19. Jahrhundert wurden die wichtigsten physikalisch-technischen Grundlagen gelegt. Es gab Elektromotoren, Akkumulatoren, Batterien, und auch die Technik der Übertragung von Elektrizität war bekannt. Einen wichtigen Schritt machte Werner von Siemens, der 1879 auf der Berliner Gewerbeausstellung eine mit einer Elektrolok gezogene Besucherbahn vorstellte. 1881 wurde diese Technik mit der Berliner Straßenbahn dann auch für die allgemeine Nutzung umgesetzt. Nach der Straßenbahn setzte sich diese Entwicklung in der Elektrifizierung der Eisenbahn erfolgreich fort.

Schon in der Vergangenheit nutzte man den Elektromotor in zahlreichen weiteren Bereichen zur Fortbewegung: Elektrokarren in Lagerhäusern, Kräne in Häfen und Industriewerken. Für den Individualverkehr blieb die Elektromobilität jedoch eine Nischenlösung – auch wenn das Elektroauto „Runabout“ von 1903, ein Highlight der Ausstellung, die vielversprechenden Anfänge zeigt. Lange Ladezeiten und die beschränkte Reichweite der Fahrzeuge ließen die Autohersteller auf Verbrennungsmotoren setzen. Trotzdem gab es immer wieder neue Versuche, den Elektromotor durchzusetzen. Vielleicht nicht ganz alltagstauglich, aber sicher ein Hingucker in der Ausstellung ist der ThyssenKrupp PowerCore SunCruiser der Hochschule Bochum. Er wurde 2013 Zweiter der „World Solar Challenge“ in Australien.

An einer elektromobilen Zukunft wird intensiv gearbeitet: Dies umfasst eine weitere Verbesserung der elektrischen Antriebssysteme, eine Verringerung des Energieverbrauchs und auch eine Verbesserung der Energiespeicher und der Ladegeschwindigkeit. Die Ausstellung befasst sich mit dem heutigen Stand der Technik und stellt aktuelle Konzepte und Pläne vor. Sie zeigt dabei die vielfältigen Möglichkeiten einer elektrisch angetriebenen Mobilität: Car Sharing, Öffentlicher Nahverkehr und Pedelec oder E-Bike – in ihrer Vernetzung könnte die Mobilität unserer Zukunft liegen. Unser verändertes Kommunikationsverhalten spielt dabei eine große Rolle; das Smartphone könnte zur Basis des intermodalen Verkehrs werden.

Die Ausstellung leistet einen wichtigen Beitrag, das vielfältige Thema Elektromobilität auf anschauliche Weise verständlich zu machen.

„Augeladen!“ ist eine Wanderausstellung, die vom Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München erstellt wurde. Ergänzt wird die Ausstellung im LVR-Industriemuseum um die Entwicklungen in NRW und Exponate von ansässigen Firmen, zum Beispiel der Energieversorgung Oberhausen AG (EVO), der Stadtwerke Oberhausen GmbH (STOAG), der RWE AG, des Fraunhofer Instituts und der Hochschule Bochum.